Dürfen wir vorstellen? Das ist Christopher Grätz.

Er weiß Visionen zu entwickeln und in die Realität umzusetzen – und dabei ein ganzes Team mitzuziehen und von seinen Visionen einer neuen Finanzindustrie zu überzeugen. Mit Themen, die Anleger und Unternehmen begeistern. Das konnte Christopher schon als CEO von Kapilendo. Bei Invesdor ist er nun in derselben Position – und als solcher auch hier Treiber der Gruppe und verantwortlich für das große Ganze. Warum er zwischen Terminen mit Berlin, Wien und Helsinki auch immer noch einen Blick Richtung Dallas wirft, erzählt er im Interview.

Hallo Christopher, dass Invesdor durch den Zusammenschluss nun auch Investments aus den Nordics anbietet, dürfte bei Dir doch auf besonders viel Gegenliebe stoßen, richtig?

Christopher Grätz: Ja, in der Tat habe ich ein großes Faible für den Norden. Zum einen fühle ich mich bei niedrigen Temperaturen einfach wohler als in der Hitze. Zum anderen habe ich auch familiären Bezug: Meine Frau stammt aus Island, und mittlerweile haben wir zwei halbnordische, halbdeutsche Kinder – ich bin also bestens gewappnet für eine Expansion in die Nordics (lacht).

Lass uns vor dem Expansionsthema noch einmal kurz auf Deine Vita zu sprechen kommen.

Christopher Grätz: Gerne. Ich bin durch und durch Berliner, dort geboren und aufgewachsen. Nach der Schule dachte ich mir, dass auf eine theoretische Ausbildung nicht direkt die nächste folgen muss, und habe der Uni erst einmal die Ausbildung bei einer Bank vorgezogen. Mir war einfach wichtig auch zu erfahren, wie die Realität aussieht. Anschließend ging es dann aber doch ans Studieren, so zog es mich von Berlin ins bayrische Ingolstadt, wo ich mit dem Bachelor in Business Administration and Economics anfing. Nach anderthalb Jahren wurde mir Ingolstadt allerdings zu klein und ich fragte mich: Was ist als Studienort das denkbar Größte und Verrückteste? Und das war seinerzeit Tokio. Dort schloss ich dann auch den Bachelor ab.

Tokio war aber nicht Deine einzige Auslandsstation im Studium, richtig?

Christopher Grätz: Genau, nachdem ich ein Dreivierteljahr in der Unternehmensberatung bei KPMG arbeitete, legte ich noch das Masterstudium im schottischen St. Andrews nach, konkret in International Business and Finance. Anschließend wurde ich erneut für KPMG tätig, wo ich im Bereich Financial Services vereinfacht gesagt für die Gründung von Banken für Industrieunternehmen verantwortlich war und diese auch bei Digitalisierungsprojekten begleitete.

Dann kommen wir doch gleich mal zum Thema Gründung. Was war der entscheidende Impuls für den Start von Kapilendo?

Christopher Grätz: Im Jahr 2015 reifte der Gedanke, dass es langsam einmal an der Zeit sei, Dinge anders zu machen in der Finanzindustrie. Mit den Insights der Vorjahre, aber auch einem guten Blick von außen dafür, was man besser machen könnte – ich habe es schließlich nie als Berufung gesehen, ausgerechnet in diesen Bereich zu gehen – waren die Voraussetzungen sehr gut. Darüber hinaus wollte ich selbst ein Unternehmen gestalten. Und nicht zuletzt war mir daran gelegen, meine Tochter aufwachsen zu sehen – als Gründer und Unternehmenschef bin ich selbstbestimmter als ein Angestellter, der von montags bis freitags seine festen Arbeitszeiten hat. Was nicht heißen soll, dass ich jetzt nicht auch viel arbeite (lacht).

Siehst Du Dich denn als typischen Gründer?

Christopher Grätz: Nun ja, viele Gründer wollen gründen, um ein Startup ihr Eigen nennen zu können. Ich wollte eher Dinge in der Finanzbranche verändern, zum Beispiel diese ganzen unternehmenspolitischen Bremsfaktoren ausschalten. Für diese Veränderung musste ich eben gründen. Es war für mich vielmehr Mittel zum Zweck.

Wenn Du jetzt zurückblickst: Was waren die drei größten Meilensteine seit der Kapilendo-Gründung bis zum Zusammenschluss zu Invesdor?

Christopher Grätz: Fangen wir von hinten an: Der Zusammenschluss selbst ist ein enormer Meilenstein, weil er zweierlei mit sich bringt. Er ermöglicht uns zum einen paneuropäisch zu werden und damit eröffnen wir noch mehr Anlegern innovative Investmentmöglichkeiten. Nun können sie sowohl in traditionelle Mittelständler als auch wachstumsstarke junge Unternehmen aus vielen Branchen investieren und das über die verschiedenen Vehikel, die der Markt bietet: nicht nur als klassisches Crowdinvesting, sondern auch in Form von Fremdkapital wie Anleihen über Wandelanleihen bis hin zu Eigenkapital und IPOs. Ein übergeordneter Meilenstein ist für mich aber auch die Entwicklung unseres großen Potenzials bei digitalen Vorreiterthemen wie unserem Projekt für den Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC. Damit haben wir gezeigt, dass wir innerhalb von fünf Minuten 80.000 Menschen im Stadion eine Investition live und via Handy ermöglichen können. So einfach konnten Fans noch nie in ihren Lieblingsverein investieren. Oder nehmen wir die tokenisierte Schuldverschreibung, die wir für L’Osteria angeboten haben. Dabei handelt es sich um ein auf der Blockchain emittiertes Wertpapier, was eines der bis dahin innovativsten Projekte sowohl für die Anleger als auch das Unternehmen und uns selbst darstellte. Es ist doch gerade dieser Reiz, in etwas zu investieren, das ich kenne und dessen Fan ich vielleicht sogar bin, der Crowdinvesting so besonders macht.

Das waren jetzt zwei Meilensteine …

Christopher Grätz: Einen ganz besonderen Meilenstein sehe ich auch im Anfang der Kapilendo-Geschichte, als wir sehr früh exzellente Talente und Mitarbeiter zusammenbrachten, absolute Experten in Marketing und Technologie. So eine Ansammlung von gutem Personal hatte ich zuvor noch nicht gekannt – und ich habe während meiner Karriere als Unternehmensberater wirklich schon vieles gesehen.

Wie siehst Du die kulturellen Unterschiede der einzelnen Unternehmen innerhalb des Zusammenschlusses?

Christopher Grätz: Hier steht die Bereicherung klar im Vordergrund. Wir versuchen Synergien dort zu nutzen, wo es sinnvoll ist, wir wollen aber regionale und kulturelle Stärken behalten, wo es sich anbietet. Ein finnischer Vertriebsarbeiter hat vielleicht eine etwas andere Herangehensweise als ein deutscher oder österreichischer – aber da es in seinem Markt funktioniert, hat sie absolut ihre Berechtigung. Kulturelle Unterschiede bringen uns enorm weiter.

Wie bewertest Du die regulatorischen Herausforderungen des Zusammenschlusses?

Christopher Grätz: Das Regulatorische mag zwar von außen betrachtet eine Herausforderung sein. Allerdings haben wir von Anfang an verstanden, dass im Bereich Fintech die Regulatorik eine große Chance darstellt, dass sie Türen öffnet. Da draußen ist niemand, der das besser zu verstehen und umzusetzen wüsste. Wenn man es genau nimmt, sind Regulatorik und Technologie sogar die Booster unseres Geschäfts.

Wie legst Du selber Geld an?

Christopher Grätz: Wir haben ein Haus gekauft – ich möchte einfach das perfekte Umfeld für meine Familie schaffen. Ansonsten investiere ich in ETFs, in ein diversifiziertes Portfolio mit Aktien und Anleihen, und einen Anteil setze ich für alternative Anlagen ein, eben auch für Crowdinvesting. Meine Kriterien: breite Streuung über Anlageformen und Themen. Da habe ich sowohl den traditionellen Mittelstand als auch aussichtsreiche Wachstumsunternehmen im Blick.

Wenn Du einmal Freizeit hast: Wie nutzt Du sie?

Christopher Grätz: Ich versuche so viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen wie möglich. Ich sehe es so: Der berufliche Alltag ist mein Hobby – aber meine Familie ist mein Leben. Wir machen Hausmusik und viel Sport, beispielsweise spielen wir Tennis. Und wir werden hoffentlich Skifahren gehen, wenn Corona es wieder zulässt. Auf Passivsportseite bin ich großer Fußballfan – nicht erst seitdem wir die Anleihe von Hertha BSC auf der Plattform hatten -, aber würde mich beim Fußball tatsächlich als eher neutraler Anhänger bezeichnen. Das ist beim American Football übrigens etwas anderes; da habe ich ganz klare Sympathien für die Dallas Cowboys.

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