Die Inflation steht für schleichenden Wertverlust. Besonders in der aktuellen Niedrigzinsphase ist die Inflation zu beachten, denn sie entscheidet oft über Verlust oder Gewinn. Als Anleger müssen Sie daher vorsorgen und sich vor der Inflation schützen.

Wir zeigen Ihnen Historie, Formen, Ursachen und Auswirkungen der Inflation und wie Sie Ihr Kapital effektiv gegen sie absichern. Lassen Sie sich nicht schleichend enteignen. Lernen Sie jetzt die passenden Abwehrtechniken kennen.

Die Inflation – Was ist das?

Inflation steht für Geldentwertung. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und steht für „aufblähen“. Wenn die Geldmenge in einem Land schneller als die Produktion wächst, steigen die Durchschnittspreise. Das Preisniveau erhebt sich insgesamt, sodass Ihr Geld entwertet wird.

Die Inflation kann ebenfalls durch steigende Rohstoff- oder Produktionskosten verursacht werden. Auch erhöhte Steuersätze können zu einer Inflation beitragen.

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Welche Formen der Inflation gibt es?

  1. Eine Form ist die „schleichende Inflation“. Bei ihr liegt die jährliche Preissteigerungsrate bei unter 5 Prozent. Diese „gemäßigte“ Form der Inflation ist die bei uns in den Industriestaaten vorherrschende Art der Inflation. Sie wird als positiv für die Wirtschaft angesehen, denn Sie begünstigt den Konsum und ermöglicht gleichzeitig, dass man sich günstig Geld leihen kann.
  2. Eine hohe Inflation ist weniger gut für die Wirtschaft. Die Preise steigen schneller als die Löhne, sodass die Vermögen der Bürger vernichtet werden. Gleichzeitig wird das Vertrauen in die Währung bei Bürgern und Investoren geschwächt. Dies verstärkt die Inflation zusätzlich.
  3. Die „Hyperinflation“ zeichnet sich durch unkontrollierte und extrem schnelle Preissteigerungen aus. Die Hyperinflation ist der Alptraum jeder Volkswirtschaft und kann sie komplett zum Erliegen bringen.
  4. Das Gegenteil der Inflation ist die Deflation. Während einer Deflation sinkt das allgemeine Preisniveau. Dies ist schlecht für die Wirtschaft, denn Konsumenten schieben Käufe immer weiter hinaus. Der Staat und die Zentralbanken versuchen daher immer, eine Deflation zu vermeiden.

Messung der Inflation

Gemessen wird die Inflation nicht nach Bauchgefühl, sondern mithilfe eines Preisindex. Der Preisindex betrachtet eine Auswahl von etwa 750 verschiedenen Gütern und deren Preissteigerungen über einen bestimmten Zeitraum. Dafür werden „Durchschnittsfamilien“ ermittelt, für die ein bestimmter „Warenkorb“ festgelegt wird.

Um die Inflation zu messen, ermittelt man nun, um wie viel Prozent der Preis dieses Warenkorbs gestiegen ist. Üblicherweise über einen Zeitraum von einem Jahr. Die errechneten Durchschnittspreise und Preissteigerungsraten dieser Warenkörbe ergeben dann zusammen die Inflationsrate einer Volkswirtschaft.

Um die grundlegende Funktionsweise der Inflation zu verdeutlichen, bieten wir Ihnen ein fiktives Beispiel an. Verglichen werden die Preise verschiedener Lebensmittel und deren Preissteigerungen innerhalb eines Jahres.

Preissteigerungen bei Lebensmitteln

Produkt Preis 2016 Preis 2017 Inflationsrate
1 Ei 1,00 € 1,02 € 2 %
1 Liter Milch 1,00 € 1,03 € 3 %
1 Brot 1,00 € 1,01 € 1 %
Gesamtinflation 2 %

Die Inflationsrate wird aus den Preissteigerungen für bestimmte Produkte ermittelt. Nicht jeder ist gleichermaßen von der Inflation betroffen. Dies hängt mit den unterschiedlichen Warenkörben zusammen, die für verschiedene Verbrauchertypen angenommen werden: Singles kaufen andere Produkte ein als Familien, Alte andere als Junge.

Wer profitiert und wer verliert durch die Inflation?

Die Inflation begünstigt Schuldner und schadet den Gläubigern. Durch die Geldentwertung schrumpft der reale Wert von Forderungen. Der Staat als größter Schuldner ist deshalb auch der größte Gewinner. Denn ist die Inflationsrate höher als der Zins, zu dem sich der Staat Geld geliehen hat, schmelzen die Staatsschulden von ganz alleine dahin.

Wie hängt der Leitzins mit der Inflation zusammen?

Auf staatlicher Seite wird die Inflation durch den Leitzins kontrolliert. Wird der Leitzins gesenkt, leihen sich die Banken mehr Geld. Die Geldmenge steigt und damit auch die Inflationsrate.

Wird der Leitzins erhöht, leihen sich die Banken weniger Geld bei der Zentralbank. Dadurch sinkt das Wachstum der Geldmenge und die Inflation wird gebremst.

Die größten Verlierer hoher Inflation sind die Bürger, vor allem jene aus der Mittelschicht. Sie sind nicht vorbereitet auf unerwartete Preissteigerungen. Die Gehälter steigen selten proportional zur Inflation, was die Bürger belastet.

Die Hyperinflation der Weimarer Republik und die Folgen

In einer gesunden Volkswirtschaft funktioniert das Wechselspiel aus Leitzinserhöhung und Senkung. Allerdings funktioniert dies nicht immer, und an verfehlter Geldpolitik sind schon einige Staaten gescheitert. Ein bekanntes Beispiel ist die Weimarer Republik, die sich durch eine selbst ausgelöste Hyperinflation an den wirtschaftlichen und politischen Abgrund manövriert hatte.

Die Inflation wirkt meist im Hintergrund, und die wenigsten spüren ihre Folgen sofort. In den 1920er-Jahren war das anders. Der bis dato größte Krieg der Menschheitsgeschichte, der Erste Weltkrieg, hatte nicht nur Millionen Menschenleben vernichtet, sondern auch die europäische Wirtschaft schwer getroffen.

Die Kriegsparteien hatten ihre Kosten vorzugsweise durch Ausgabe von Anleihen und dem Drucken von Geld finanziert. Die Zeche zahlte der Verlierer. Fünf Jahre nach der Niederlage lag Deutschland auch wirtschaftlich in Trümmern: Es mussten Reparationszahlungen geleistet, Kriegsanleihen bedient und das Land wiederaufgebaut werden.

Die Besetzung des Rheinlandes durch die Franzosen im Jahr 1923 brachte das Fass dann zum Überlaufen. Die deutsche Regierung rief zum passiven Widerstand, vornehmlich durch Bestreiken der Betriebe auf. Im Gegenzug zahlten Sie die Löhne der Arbeiter weiter.

Um die Gehälter zu bedienen, druckte die deutsche Regierung Geld und verursachte damit die schwerste Inflation in der deutschen Geschichte. Das Gelddrucken bewirkte, dass mehr und mehr Geld ohne materiellen Gegenwert das Land überschwemmte.

Dadurch, dass das Geld immer weniger wert war, explodierten Löhne und Preise. Das Geld war zum Spielball der Inflation geworden und damit praktisch zu Spielgeld. Die Inflation war so stark, dass sich der Wert des Geldes innerhalb weniger Stunden stark verringern konnte. Dies nennt man Hyperinflation, eine extreme Form der normalen, „natürlichen“ Inflation.

Die folgende Tabelle zeigt, was Hyperinflation bedeutet.

Produkt Preis 9. Juni 1923 Preis 2. Dezember 1923
1 Ei 800 Reichsmark 320 Milliarden Reichsmark
1 Liter Milch 1.440 Reichsmark 360 Milliarden Reichsmark
1 Kilo Kartoffeln 5.000 Reichsmark 90 Milliarden Reichsmark
1 Straßenbahnfahrt 600 Reichsmark 50 Milliarden Reichsmark
1 Dollar 100.000 Reichsmark 4,21 Billionen Reichsmark

Die Hyperinflation sorgte dafür, dass die Ersparnisse zahlreicher Deutscher komplett vernichtet wurden. Vor allem die Anfang 1914 noch als sicher geltenden Kriegsanleihen entpuppten sich als Geldvernichter. Dies sorgte für größte Unruhe innerhalb der deutschen Bevölkerung und senkte das Vertrauen in die noch junge Weimarer Republik nachhaltig. Zahlreiche Historiker gehen davon aus, dass die schlechte wirtschaftliche Lage und damit auch die Inflation mitverantwortlich für die Machtergreifung Hitlers und den Zweiten Weltkrieg sind.

Extreme Inflation in Simbabwe

Ein weiteres bekanntes Beispiel ist Simbabwe. Hier herrschte zwischen 1980 und 2015 extreme Inflation. Insgesamt wurden vier Versionen des „Simbabwe-Dollar“ eingeführt. Genützt hat es nichts. Die Inflation konnte nicht aufgehalten werden und das Zahlungsmittel wurde am 1. Oktober 2015 aus dem Verkehr gezogen.

Sie sehen also: die Inflation kann sehr gefährlich werden und hat nicht nur große Auswirkungen auf Ihre persönliche Geldanlage, sondern auf ganze Staaten und Wirtschaftsräume.


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Ursachen der Inflation

Doch Inflation entsteht nicht alleine durch verfehlte Geldpolitik von Staaten, sondern auch „ganz natürlich“.

Man unterscheidet zwischen geldmengen-, nachfrage- und angebotsinduzierten Inflationsentwicklungen. Meistens spielen in einer Volkswirtschaft alle Faktoren zusammen und beeinflussen die Inflationsrate jeweils ein Stück selber.

  • Geldmengeninflation beschreibt den Zustand, in dem Staaten bzw. Zentralbanken Geld drucken und dadurch die Geldmenge erhöhen.
  • Nachfrageinflation entsteht, wenn die Nachfrage nach Gütern das Angebot übersteigt. Durch die erhöhte Nachfrage bei (vorerst) gleichbleibender Produktion steigen die Preise der Güter.
  • Als Angebotsinflation bezeichnet wird jene Situation, in der Preissteigerungen auf der Angebotsseite ausgelöst werden. Zum Beispiel, wenn Unternehmen erhöhte Kosten an die Verbraucher weitergeben und dadurch die Preise steigen (Kostendruckinflation). Oder aber, wenn die Unternehmen ohne vorherige Kostensteigerung die Preise erhöhen, um ihre Gewinne zu steigern.

Geld vor Inflation schützen – so funktioniert es

Die Inflation ist natürlicher Teil des Geldsystems und sollte beim Geldanlegen immer beachtet werden.

Natürlich gibt es in manchen Jahren eine höhere Inflationsrate, in anderen eine niedrigere. Als Anleger sollten Sie sich aber langfristig am Durchschnittswert von zwei Prozent orientieren.

Stellen Sie also sicher, dass die Verzinsung bzw. Rendite Ihrer Geldanlagen die Inflation übersteigt oder wenigstens ausgleicht. Nur dann schützen Sie Ihr Geld gegen Inflation.

Um einen Werterhalt zu erreichen, müssen Sie in Deutschland also mindestens zwei Prozent Rendite im Jahr erwirtschaften. Um einen Gewinn zu erzielen, muss die Rendite Ihrer Geldanlage diese zwei Prozent noch übersteigen. Die Differenz aus Rendite abzüglich der Inflation ergibt Ihre effektive, wahre Rendite.

Das eigene Kapital vor Inflation schützen – einfacher gesagt als getan

Im Jahr 2020 ist der Schutz vor Inflation jedoch gar nicht einfach. Der Leitzins liegt bei 0,0 Prozent – und das seit 10.03.2016. Auf traditionelle Sparanlagen wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch werden fast keine Zinsen mehr gezahlt. Die Inflationsrate dagegen betrug im Januar und Februar 1,7 Prozent und im März 1,4 Prozent (Statista). Durch die Reaktionen auf das Coronavirus gibt es enorme Schwankungen. Die Inflation entwertet aktuell die Spareinlagen der Deutschen.

Doch welche Anlageformen eignen sich als Inflationsschutz? Wir haben die beliebtesten Anlageklassen für Sie geprüft.

Der vermeintlich einfache Inflationsschutz

Die Börse bietet einen direkten Schutz gegen die Inflation: inflationsgesicherte Anleihen (Inflation-Linked-Bonds). Diese Anleihen sind an die Inflationsrate gekoppelt. Steigt die Inflationsrate, steigt auch die Verzinsung. Umgekehrt verhält es sich genauso.

Für Börseneinsteiger sind diese Anleihen aber nicht unbedingt geeignet. Häufig sind bei dieser Anlageform mangelnde Transparenz und versteckte Kosten anzutreffen.

Um sich wirklich gegen Inflation abzusichern, werten Sie Ihr Geld auf:

Inflationsschutz – die 4 Wege zum Schutz

1. Geld gewinnbringend anlegen und Kapital schützen

Wirklichen Inflationsschutz erreichen Sie nur, indem Sie Ihr Geld gewinnbringend anlegen. Auf diese Weise treten Sie der Geldentwertung am besten entgegen. Das Schöne ist: Sie schützen sich nicht nur gegen Inflation, sondern vermehren gleichzeitig Ihr Kapital.

Diese folgenden Anlageklassen sind zwar Wertschwankungen unterworfen – langfristig geht der Trend aber nach oben. Behilflich ist dabei auch die Inflation, selbst wenn Sie nur gemäßigt ist.

Achtung: Bitte beachten Sie, dass höhere Renditen auch mit einem höheren Risiko einhergehen. Mit höheren Renditen schlagen Sie zwar die Inflationsrate, aber natürlich kommen bei höherer Verzinsung Anlageformen neue Risiken auf Sie zu.

2. Aktien und Aktien-ETFs zum Schutz vor Inflation

Aktien zählen wie Immobilien oder Edelmetalle zu den Sachwerten. Denn hinter den Aktien stehen Unternehmen mit dazugehörigen echten Werten wie Fabrikhallen, Maschinen und Personal.

Als Inflationsschutz sind Sie recht gut geeignet, denn meistens steigen die Kurse, wenn die Geldmenge steigt. Wie immer bei Aktien, kommt es darauf an, welche Aktien Sie besitzen. Wenn es den Unternehmen gelingt, die durch Inflation verursachten Kostensteigerungen weiterzugeben, dann profitieren Sie als Aktionär von der Inflation.

Voraussetzung ist aber, dass die Reallöhne der Kunden mithalten. Sinkt die Kaufkraft der Kundschaft eines Unternehmens, können die Preise nicht an diese weitergegeben werden. Die Kunden können sich die Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens nicht mehr leisten.

Hier kommt es immer auf das richtige Maß an. Studien zeigen, dass Aktien bis zu einer Inflationsrate von fünf Prozent am besten abschneiden. Höhere Inflationsraten dagegen verursachen schwerwiegende Probleme. Dies betrifft dann meist aber die ganze Volkswirtschaft und auch andere Anlageklassen.

Aktien sind also bei einer moderaten bis erhöhten Inflationsrate bis fünf Prozent als Inflationsschutz geeignet. Darüber hinaus kommen viele unvorhersehbare Risikofaktoren auf Sie zu. Natürlich kommt es auf die richtigen Aktien an. Auch ohne starke Inflation, auch in einer funktionierenden Volkswirtschaft, kann ein Unternehmen insolvent gehen.

Langfristig sollte ein Aktieninvestment die Inflationsrate von zwei Prozent schlagen. Der DAX, der größte Deutsche Aktienindex, erwirtschaftete bisher im Schnitt ein Plus von acht Prozent pro Jahr. Ihre reale Rendite läge hierbei also bei plus sechs Prozent pro Jahr und damit weit über der Inflation.

Auch Gewinne einzelner Unternehmen leiden unter steigender Inflation. In der Vergangenheit konnten wir beobachten, dass die Mehrheit durchaus in der Lage war, die steigenden Preise an die Verbraucher weiterzuleiten. So konnten die Unternehmen die Gewinne zumindest stabil halten. Aus diesem Grund bietet es sich an, möglichst breit gestreut in Aktien zu investieren. Zum Beispiel über kostengünstige Exchange Traded Funds (ETFs / Indexfonds).

Fazit zu Aktien und Aktien-ETFs zum Schutz vor Inflation

Langfristig hat ein breit gestreutes Aktienportfolio in der Vergangenheit stets einen sehr guten Schutz vor der Inflation geboten. Bei moderat erhöhter Inflation bieten Aktien ein gutes Umfeld für Kursgewinne. Steigt die Inflationsrate jedoch rapide an, können Aktienkurse temporär unter den negativen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen stärker leiden.

3. Immobilien als Inflationsschutz

“Was ist schon sicherer als eine Geldanlage aus Beton und Stahl?” Was im ersten Moment plausibel klingt, entpuppt sich oft als Irrtum.

Eine Immobilie funktioniert dann gut als Schutz gegen Inflation, wenn Sie als Käufer die höheren Kosten auf die Mieter abwälzen. Denn zusammen mit der Inflation steigen auch die laufenden Kosten für den Unterhalt des Objekts. Auch die Finanzierungskosten können ansteigen, falls Sie keine Festzinsvereinbarung mit der Bank haben oder diese ausläuft. Steigen die Mieten nicht proportional zu den Kosten, machen Sie als Vermieter einen Verlust. Starke und schnelle Mietsteigerungen sind gegenüber den Mietern meist schwer durchzusetzen. Während einer starken oder sogar einer Hyperinflation ist dies gleich ein Hyper-Problem.

Ein recht guter Schutz ist die Immobilie aber, wenn Sie sie während einer hohen Inflation verkaufen. Mit steigender Inflation steigen auch die Immobilienpreise, sodass Sie Ihr Objekt gegebenenfalls für einen wesentlich höheren Preis veräußern können, als Sie ursprünglich bezahlt haben. Dafür brauchen Sie natürlich einen Käufer, der bereit ist, den höheren Preis zu bezahlen. Nehmen Sie sich aber vor Immobilienblasen in acht!

Wenn Sie nicht ausreichend Kapital zum Erwerb einer eigenen Immobilie haben, können Sie sich auch an Immobilienfonds beteiligten. So ist die Beteiligung an der Immobilienbranche schon mit kleinen Beträgen möglich.

Hüten Sie sich auch vor dem Staat: Theoretisch kann er jederzeit Sondersteuern und Zwangshypotheken festlegen. 1948 wurde dies im Zuge der Währungsreform so praktiziert.

Fazit zu Immobilien zum Schutz des Vermögens vor der Inflation

Immobilien sind als Sachwerte ebenfalls als langfristiger Inflationsschutz geeignet. Aber Achtung: Steigen die Finanzierungs- und Bewirtschaftungskosten durch die Inflation stärker als die laufenden Einnahmen, kann ein Defizit entstehen.

4. Infrastrukturfonds zum Schutz vor Inflation

Der Ausbau der Infrastruktur wird auf lange Zeit ein wichtiges Thema in Deutschland und der Welt bleiben. Neben Brücken, Autobahnen, Flughäfen gibt es in jüngster Zeit auch Investitionen in Kommunikationsnetze und erneuerbare Energien. Neben Einzelinvestitionen werden immer häufiger Fonds angeboten, die verschiedene Infrastrukturprojekte bündeln. Eine Investition in Infrastrukturfonds kann sich daher lohnen, vor allem weil die meisten eine überdurchschnittliche Verzinsung bieten. Der Bedarf ist enorm und wird weiter wachsen.

Infrastrukturfonds bieten eine vergleichsweise hohe Stabilität und Berechenbarkeit. Die Unternehmen, an denen die Fonds beteiligt sind, sind häufig „Quasimonopolisten“. Diese sind durch langfristige Verträge abgesichert und weniger konjunkturabhängig. Daher sind Infrastrukturfonds gut als Ergänzung zum Inflationsschutz geeignet

Fazit zum Inflationsschutz mit Infrastrukturfonds

Diese Fonds zeichnen sich durch eine beständig hohe Nachfrage und Berechenbarkeit aus. Als Sachwerte sind sie eine interessante Anlageform für den Inflationsschutz, da steigende Betriebs- und Unterhaltskosten meist gut auf die Verbraucher weitergeleitet werden können. Häufig sind sie aber für Privatanleger nicht ohne Weiteres als Investment zugängig.

Diese Anlagen sind nur unter bestimmten Voraussetzungen geeignet

1. Gold – der Krisenschutz-Klassiker

Gold lässt sich, anders als Papiergeld, nicht unendlich vermehren. Deshalb genießt es einen guten Ruf als „Krisenwährung“. Gold ist auch unabhängig von Staaten oder Zentralbanken.

Des Weiteren ist Gold eines der ältesten Zahlungsmittel der Welt und kulturübergreifend. Schon die Römer zahlten mit Goldmünzen.

Allerdings hängt der Wert des Goldes immer stark vom Marktpreis ab. Eine Garantie für steigende Goldpreise bei steigender Inflation gibt es nicht. Gold ist Papiergeld und auch Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether & Co. gar nicht so unähnlich. Es ist letztendlich nur so viel Wert, wie der Glaube daran. Es essen oder etwas produzieren kann man damit nicht direkt, darin wohnen auch nicht.

Der Status von Gold als Inflationsschutz ist umstritten

In der Vergangenheit hat sich gezeigt: Inflationsrate und Goldpreis verhalten sich gegeneinander nicht unbedingt so, wie es zu erwarten wäre. Beispielhaft sind hier die Jahre 1980 und 1981, in denen die Inflation zwar sehr hoch war, der Goldpreis aber dennoch nicht stieg. Auf der anderen Seite lässt sich auch die Gold-Rallye zwischen 2001 und 2005 nicht erklären. Die Inflation war zur damaligen Zeit im Sinkflug.

Finanzprofessor Andrew Ang von der Columbia Business School belegt in seinem Beitrag „Real Assets“ (2012) empirisch, dass Gold kein guter Inflationsschutz ist. Nach seinen Forschungen entwickelte sich der Goldpreis zwischen 1875 und 1970 über lange Zeiträume wesentlich schwächer als die Inflation.

Hier zeigt sich, dass die Inflation nicht die alleinige Ursache einer erhöhen Goldnachfrage ist. Vielmehr ist es die Angst vor einer Instabilität des Geldsystems. Die Angst lässt die Nachfrage nach Gold steigen. Und diese Instabilität kann durch hohe Inflation ausgelöst werden. Ein Nachteil des Goldes ist auch, dass es keine Zinsen oder Dividenden abwirft. In der Vergangenheit hat sich zusätzlich gezeigt, dass bei Gold der Einstiegszeitpunkt zwar extrem wichtig, aber schwer zu finden ist. Wer zum falschen Zeitpunkt einsteigt, muss oft sehr lange warten, bis er sein Investment überhaupt wieder zurück hat. Als Alternative zu Gold bieten sich immer auch andere Edelmetalle wie Silber oder Platin an.

Beachten Sie auch die Aufbewahrungskosten für Gold, vor allem bei größere Mengen. Gold muss sicher verwahrt und geschützt werden. Sowohl vor Einbrechern wie auch vor Beschädigungen. Tresor und Schutz kosten regelmäßig Geld. Durch die Inflation steigen auch die Kosten für diese Dienstleistungen.

Experten empfehlen als Notfallreserve für den Krisenfall fünf bis zehn Prozent des Portfolios in Gold oder andere Edelmetalle zu investieren. Anleger sollten ihr Goldinvestment aufgrund der Preisschwankungen immer als langfristiges Investment und Krisenwährung für den Fall der Fälle sehen.

Fazit zum Inflationsschutz mit Gold

Gold ist ein guter und altbewährter Krisenschutz. Besonders die Sorge um die Stabilität des (Papier-)Geldsystems lässt die Nachfrage und damit den Preis von Gold regelmäßig steigen. Problematisch sind die teils hohen Schwankungen des Marktpreises, die fehlenden Dividenden und die Aufbewahrungskosten.

2. Unternehmensanleihen

Als Alternative zu Aktien bieten sich Unternehmensanleihen an. Viele Unternehmen können und wollen sich nicht mehr alleine auf Banken bei ihrer Finanzierung verlassen. Sie suchen über die Börse zusätzliche Finanzierungsquellen. Über eine Anleihe verschaffen Sie den Unternehmen die benötigte Finanzierung und verdienen gleichzeitig Zinsen.

Bei Unternehmensanleihen spielt die Bonität des Unternehmens eine entscheidende Rolle: Sie sollten die Frage beantworten können, wie gut die zukünftige Zahlungsfähigkeit des Unternehmens ist. Denn nur mit guter Bonität kann das Unternehmen die fälligen Zins- und Tilgungszahlungen bedienen. Grundsätzlich gilt: Je höher das Risiko, desto höher der Zins. Meist bieten Anleihen von Großkonzernen zwar geringere Zinsen als Anleihen von Mittelständlern, dafür ist deren Bonität oft aber auch höher.

Fazit zu Unternehmensanleihen

Liegt der Zins von Unternehmensanleihen über der Inflationsrate, so bietet das einen Schutz vor dem inflationsbedingten Kaufkraftverlust. Allerdings sinken für gewöhnlich die Kurse von Anleihen bei steigender Inflation. Als Inflationsschutz sind sie daher nur bedingt geeignet.

3. Crowdlending & Crowdinvesting

Crowdlending ermöglicht das Investieren in Kreditprojekte von (meist kleineren) Unternehmen. Als Gegenleistung erhalten Anleger regelmäßige Zins- und Tilgungszahlungen. Crowdlending bietet im Schnitt Zinsen über fünf Prozent im Jahr. Damit liegt Crowdlending mit drei Prozent noch immer deutlich über der Inflationsrate.

Wichtig ist, dass die Kredit-nehmenden Unternehmen ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Anlegern bedienen. Funktioniert dies, sollten Sie mittels Crowdlending die Inflation locker schlagen. Das Risiko liegt hier in stärker steigender Inflation. Im Vergleich zum Ausfallrisiko wird der Anleger nun nur noch mit einem vergleichsweise geringen Zins entlohnt.

Eine Besonderheit beim Crowdlending ist, dass Sie in regelmäßigen Abständen Zins- und Tilgungszahlungen erhalten. So können Sie bei Bedarf etwas Kapital vom Crowdlending in andere Anlageklassen leiten. Es bietet dadurch ein Stück mehr Flexibilität als Unternehmensanleihen oder Aktien, die sich gegebenenfalls nur unter Verlust liquidieren lassen.

Crowdinvesting kann ebenfalls eine Möglichkeit zum Inflationsschutz darstellen. Hier erhalten Anleger neben einem festgelegten jährlichen Zins noch eine mögliche Erfolgsbeteiligung. Wichtig ist hierbei natürlich die Wahl guter Anlageprojekte, hinter denen zahlungskräftige Firmen stehen. Kleinanleger sollten dabei Crowdinvesting-Projekte von Start-ups lieber umgehen und auf etablierte Mittelständler und bekannte Unternehmen setzen.

Fazit zu Crowdlending & -investing

Crowdlending und Crowdinvesting bieten eine überdurchschnittliche Verzinsung. Besonders im aktuellen Niedrigzinsumfeld bietet sich hier eine interessante Alternative. Vom Risikoprofil her ähneln Sie Aktien und Unternehmensanleihen. Bei einer sehr hohen Inflation werden aber auch diese Anlageformen keinen ausreichenden Inflationsschutz mehr bieten.

Nicht als Inflationsschutz geeignete Anlagen

Es gibt Anlageklassen, die auf den ersten Blick wie ein sicherer Schutz gegen Inflation wirken. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich aber spezifische Tücken. Wir sagen Ihnen, wo Sie aufpassen müssen:

1. Tagesgeld / Festgeld / Sparbuch

Aktuell sind die Zinsen für diese Anlageklassen extrem niedrig. Im Schnitt werden 0,1 bis maximal 0,5 Prozent an Zinsen pro Jahr gezahlt. Da die Inflationsrate bei im Schnitt zwei Prozent pro Jahr liegt, sind diese Anlageformen aktuell für den Inflationsschutz ungeeignet. Zwar können Sie den Wertverlust durch Optimierung ein wenig verlangsamen, ihn komplett aufhalten aber nicht. Anleger, die auf diese Anlageformen setzen, werden kalt enteignet.

Fazit zu Tages-, Festgeld und Sparbuch

Die aktuellen Zinsen für diese Anlageformen liegen unterhalb der Inflationsrate. Sie sind daher für den Inflationsschutz ungeeignet und können die Geldentwertung maximal verlangsamen.

2. Kunst, Schmuck und andere Wertgegenstände

Kunst, Schmuck, Luxusartikel und Diamanten sind wertvoll und beständig. In einer perfekten Welt könnten Sie diese Gegenstände zur Absicherung gegen Inflation verwenden.

„Aber ganz so einfach funktioniert das nicht, denn wer mit solchen Sachwerten Geld verdienen will, braucht ein großes Fachwissen“ sagt Jürgen Raeke. Raeke ist Geschäftsführer der Berenberg Privat Capital und Sachwert-Experte. Die Probleme an den Märkten für alternative Sachwerte sind Intransparenz, das Fehlen von zentralen Handelsplätzen und illiquide Märkte. Für viele alternative Sachwerte gibt es nur einen kleinen Käuferkreis. Dementsprechend schwer ist es, für seinen Schmuck oder seine Kunst dann einen Käufer zu finden, wenn man ihn braucht.

Experten empfehlen, die Finger von alternativen Sachwerten als Investition zu lassen, wenn man nicht über spezielles Fachwissen verfügt. Dementsprechend sind alternative Sachwerte wie Schmuck, Luxusartikel oder Kunst nicht als Inflationsschutz für den durchschnittlichen Anleger geeignet.

Fazit zu Schmuck, Kunst und anderen Wertgegenständen

Alternative Sachwerte eignen sich nur für Experten. Als verlässlicher Inflationsschutz für jedermann sind sie nicht geeignet. Sie setzen hohes Expertenwissen voraus, und kleine Märkte ohne Liquidität machen die Abwicklung des Handels schwierig.

Merkliste Inflationsschutz

Sie merken: Die praktische Umsetzung des Inflationsschutzes ist in Niedrigzinsphasen schwer. Deshalb haben wir für Sie zum Abschluss eine Merkliste erstellt, anhand derer Sie sich orientieren können.

  1. Lassen Sie bei Ihrer Renditekalkulation für die Geldanlage die Inflationsrate immer mit einfließen.
  2. Um die Inflation in Deutschland auszugleichen, sollten Ihre Anlagen mindestens zwei Prozent Rendite erzielen. Die Differenz aus Zins / Rendite und Inflationsrate ergibt Ihre effektive, reale Rendite.
  3. Nutzen Sie Anlageklassen wie Aktien und Immobilien, teilweise auch Unternehmensanleihen sowie Crowdlending und Crowdinvesting, die höhere Zinsen als die Inflationsrate aufweisen.
  4. Gold sollte eine Ergänzung darstellen, ist aber eher Krisenwährung als Inflationsschutz. Gold ist nur wertvoll, weil es selten ist. Bei Massenverkäufen wird der Preis schnell sinken.
  5. Vermeiden Sie in Niedrigzinsphasen Anlageklassen wie Tagesgeld, Festgeld und Sparbücher. Die sind zwar sicher, aber unrentabel. Die Zinsen sind so niedrig, dass die Inflation Ihr Erspartes Tag für Tag entwertet. Sie verlieren Geld.
  6. In alternative Sachwerte wie Schmuck, Kunst, Wein oder Oldtimer sollten Sie nur dann investieren, wenn Sie auf diesen Gebieten selber ein absoluter Experte oder ein Experte das für Sie übernimmt. Falls nicht, genießen Sie sie – aber betrachten Sie sie nicht als Geldanlage.

Die Inflation ist stetiger Begleiter unseres Geldsystems. Lassen Sie sich nicht von ihr einschüchtern, denken Sie aber immer an den realen Wertverlust. In der aktuellen Niedrigzinsphase müssen Sie als Anleger aktiv werden, um sich vor Inflation zu schützen.

Tipp: Inflationsrechner nutzen

Nutzen Sie einen Inflationsrechner, um den Wertverlust Ihres Geldes zu berechnen. Der kostenlose Inflationsrechner hilft bei der Kalkulation von Preissteigerung, Geldentwertung und Kaufkraftverlust.

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3 Kommentare zu “Inflationsschutz in 4 Schritten: So investieren Sie richtig

  1. Daniel Feldmann Reply

    Hallo , ich habe eine Frage zum crowdlending :

    Was ist der Grund dafür , dass die Unternehmen sich nicht das Geld bei den Banken leihen für Ihre Projekte ?
    Sehe ich das richtig , dass zur Zeit lediglich Holzbau Pröbstl noch als Anlagemöglichkeit in Ihrem Angebot ist ?

    • Andreas Dreksler

      Hallo Herr Feldmann,

      wir bieten den Unternehmen den schnellen und einfachen Weg zur Finanzierung ihrer geschäftlichen Projekte. Wir prüfen ihre Bonität auf effektive und unbürokratische Art und Weise und bieten ihnen so größtmögliche unternehmerische Handlungsfreiheit. Durch unsere effizienten Prozesse können wir außerdem niedrigere Zinsen als traditionelle Geldhäuser anbieten. Eine Finanzierung zwischen 50.000 Euro und 8.000.000 Euro erhalten die Unternehmen bereits ab 2,50 % p.a. Da es keine versteckten Zusatzkosten gibt, entsteht so von Beginn an ein Höchstmaß an Planungssicherheit. Außerdem profitieren die Unternehmen von unserer Unterstützung bei der individuellen und wirkungsvollen Präsentation des Unternehmens/Projekts. Die Unternehmen können so zusätzlich für sich werben.

      Bezüglich unserer Anlageprojekte befinden sich neben dem aktuell angebotenen Projekt “Holzwerke Pröbstl GmbH” bereits weitere Projekte in den Startlöchern. Diese stellen wir in der Regel 24 Stunden vor Projektstart auf unserer Seite online. Ein regelmäßiger Blick auf unsere Website lohnt sich also.

      Viele Grüße,
      Andreas von Kapilendo

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